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Das literarische Grundlagenwerk

Chen Peiju - Qiao Fengjie

Kommentare zu den graphischen Erläuterungen zum Taijiquan des Chen-Clans

Buch-Rezession von Nabil Ranné (CTND) erschienen im Taiji & Qigong Journal (TQJ 4-2016)

Die »Kommentare zu den grafischen Erläuterungen zum Taijiquan des Chen-Clans« sind ein Gemeinschaftswerk im besten Sinne des Wortes. Ursprünglich wurde das Buch von Chen Xin (1849 – 1929) geschrieben, der es innerhalb von elf Jahren verfasste und 1919 fertigstellte. Die deutsche Ausgabe benötigte sechs Jahre in der Fertigstellung und umfasst die Übersetzung des Originalwerkes mitsamt ausgiebigen Kommentaren und Erläuterungen von Chen Peiju, die in der Familientradition Chen Xins steht, und Qiao Fengjie, Experte für Kampfkunst und chinesische Philosophie, sowie des Übersetzers Hermann Bohn, ebenfalls im Bereich der chinesischen Kampfkünste zu Hause und Experte des Yijing. Darüber hinaus hat auch der Herausgeber Dietmar Stubenbaum, der als einziger deutscher Vertreter in der Tradition Chen Xins steht und dieses Projekt initiiert und realisiert hat, etliche Informationen beigesteuert.

Hier ist mit der deutschen Ausgabe insgesamt ein Werk entstanden, das über eine bloße Übersetzung der Originalschrift weit hinausgeht und dem man ansieht, wie viel Liebesmühe darin steckt. Die äußere Form entspricht dabei den hochwertigen Inhalten und so ist das Buch von Cover bis Textsatz und Druck aufwändig produziert und rechtfertigt insgesamt den Preis, von dem sich Liebhaber nicht abschrecken lassen sollten. Vielmehr weiß jeder, der selber Bücher verfasst hat, dass die Herstellung mit hohen Kosten verbunden ist und man froh sein kann, wenn solche Projekte überhaupt kostendeckend realisiert werden. Zudem wurde Chen Xins Werk meines Wissens bislang nur einmal in eine westliche Sprache übersetzt, nämlich ins Englische. Die englische Übersetzung hat aber – trotz echten Bemühens um eine solide Arbeit – längst nicht die Qualität und den Umfang der jetzt vorliegenden deutschen Fassung.
Die Originalschrift ist ein ausgesprochen umfangreiches Werk, das häufig als »Bibel zum Taijiquan des Chen-Clans« bezeichnet wird. Chen Xin gehörte der 16. Generation des Chen-Clans an und stand in der direkten Tradition der Gründerfamilie des Taijiquan. Der Chen-Stil wird heutzutage üblicherweise in zwei Richtungen geteilt: in einen »kleinen Rahmen« (Xiaojia) und einen »großen Rahmen« (Dajia). Letzterer wird wiederum in einen Rahmen nach Chen Zhaopi und einen nach Chen Fake und Chen Zhaokui unterschieden. Chen Xin wird hierbei dem »kleinen Rahmen« zugeordnet. Er selbst besuchte neben seiner anfänglichen militärischen Ausbildung später die Universität und galt somit sowohl im Kämpferischen als auch Zivilen als besonders bewandert. Man sollte hierbei im Blick behalten, dass die meisten Kampfkünstler des 19. Jahrhunderts noch Analphabeten waren.

Das vorliegende Buch besteht aus drei Teilen: einem ersten zu den philosophischen Grundlagen, einem zweiten zu den Leitbahnen und Akupunkturpunkten der chinesischen Medizin und einem dritten mit allgemeinen Anmerkungen und Begriffserklärungen zum Taijiquan. Chen Xins Original beinhaltet noch einen weiteren Teil, der vor allem genaue Erklärungen zu den Bewegungsbildern des »kleinen Rahmens« beinhaltet. Dass dieser Teil weggelassen wurde, ist insofern schade, als dass er die Verbindung der vorherigen Teile mit der Praxis verdeutlicht. Das Fehlen dieses vierten Teils nährt aber die Hoffnung auf eine Fortsetzung, die die Übersetzung des Werkes von Chen Xin komplettiert.

Insgesamt stellt dieses Buch eine Fundgrube für klassisches Wissen um die Themenbereiche der chinesischen Philosophie, der chinesischen Medizin und des Taijiquan dar. Es hebt sich als tiefgründige und wissenschaftliche Arbeit wohltuend ab von all dem, was populäre Bücher zum Taijiquan heutzutage häufig bedienen. Die »Kommentare zu den grafischen Erläuterungen zum Taijiquan des Chen-Clans« mögen keine leichte Lektüre sein, sind aber für Praktizierende und Liebhaber des Taijiquan als lebenslanges Nachschlagewerk und Lesebuch wärmstens zu empfehlen.
(Nabil Ranné)

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